Interview

Lieber Andreas, du bist Autor bei REDRUM BOOKS. Erfüllt sich damit ein lang gehegter Traum, oder hast du früher bereits Bücher auf den Markt gebracht?

 

In anderen Verlagen habe ich bereits vier Bücher und eine Kurzgeschichte veröffentlicht, jeweils in den Genres Krimi und Fantasy. Ich bin begeistert, nun auch Teil der REDRUM-Familie zu sein. So was Irres habe ich schon lange nicht mehr erlebt. Es ist toll, dass man hier ein bisschen (oder ganz) aus dem Rahmen fallen kann. Wobei unser Brötchengeber als leuchtendes Beispiel dient.

 

Hörst du Musik, während du schreibst und falls ja, welche Richtung (bspw. Klassik, Rock, Rap, spezielle Band/s)?

 

Beim Schreiben nicht. Das lenkt zu sehr ab und am Ende kommt nur Blödsinn heraus. Wenn man zum Beispiel ein Fantasy-Drama schreibt, und hört dabei Manowar, kann selbst im Land der tanzenden Plüschbären Böses drohen. Ich denke da an brennende E-Gitarren, die Protagonisten erschlagen. :-) So etwas haut das ganze Konzept durcheinander. Ich höre lieber Musik, bevor ich schreibe. Filmmusik, um genau zu sein: Beispiel: "The Battle Room" von Steve Jablonsky aus dem Film "Ender’s Game": Dabei kann ich mich sammeln und Schritt für Schritt alles durchgehen.

 

Wieviel Zeit hast du für dein aktuelles bzw. letztes Werk benötigt – inklusive Recherche?

 

Für meinen dramatischen Thriller, den Michael Merhi den Lesern um die Ohren hauen will, habe ich knapp zwei Jahre gebraucht. Momentan befinde ich mich in der Überarbeitungsphase.Die Geschichte basiert auf einem Lied von Jonny Hill und befasst sich mit dem Thema Mobbing.

 

 

Schreibst du einfach drauflos und die Geschichte entwickelt sich, oder arbeitest du streng nach einem vorab ausgearbeiteten Skript?

 

Eine Lektorin meinte einmal, ich solle mir einen Handlungsstrang zulegen. Zunächst war ich ratlos, denn ich schreibe tatsächlich einfach drauflos. Dabei wächst die Geschichte von allein. Aber ich schreibe nicht, weil gerade Dienstag ist, sondern wenn der Kopf sein Okay gibt. Ich suche nicht nach irgendwelchen Geschichten, die ich schreiben kann. Sie finden mich.

 

Wo schreibst du bevorzugt?

 

Bevorzugt überall, wo es gerade passt. Nur nicht im Bett. Das bringt nichts. Dort schlafe ich nach zwei Zeilen ein. Am liebsten arbeite ich mit meinem kleinen Netbook am Küchentisch und leiste der Schildkröte Gesellschaft. Solange sie da ist. Im Winter schläft sie ja. Aber auch dann schreibe ich gern in der Küche, weil der Weg zum Kühlschrank ein kurzer ist. :-)

 

Auf einer Skala von 1 (keimfrei sauber) bis 10 (gerade noch beherrschbares Chaos): Wie ordentlich sieht es an deinem Arbeitsplatz aus, wenn du in die Tasten hämmerst?

 

Ich habe mich gebessert. Früher musste man mich mit einem Bagger suchen, wenn ich gearbeitet hatte. Heute liegt das »Chaos« bei einer überschaubaren … hmmmm … 5.

 

Zu welcher Tages- oder Nachtzeit kommen dir für gewöhnlich die besten Ideen?

 

Im Schlaf. Dann wache ich auf und verbringe den Rest der Nacht damit, nichts zu vergessen. Ich könnte mir natürlich Notizen machen, doch dafür müsste ich das Licht einschalten. Aber es gibt da diese dunkle, bedrohliche Stimme, die raunt: "Lass es!" Der Abwasch stellt ein weiteres gutes Zeitfenster für Ideen dar. Aber die besten Gedanken kommen mir, wenn ich mir keine mache.

 

Das ist ja oft so. Auch, wenn man etwas vergessen hat. Du durstig bei der schriftstellerischen Arbeit. Wer ist dein Favorit? Kaffee, Tee, Kakao, Wodka oder nichts von allem?

 

Versuchsweise würde ich das Ganze mal in einen Pott hauen, um zu sehen, was dann mit mir passiert. Aber vorzugsweise trinke ich Coke Zero und hin und wieder etwas Kaffee.

 

Naschst du nebenher?

 

Ich versuche, es zu unterbinden. Ich will, dass meine Bücher wachsen, nicht die Leibesmitte.

 

Du meinst das "Feinkostgewölbe" :-). Was ist dir in der Regel lieber: Ein Spaziergang mit deinem Lieblingsmenschen am Meer bzw. im Wald, oder eine fröhliche Party mit Freunden?

 

Für fröhliche Partys bin ich ehrlich gesagt nicht der Typ. Ich ziehe die Stille vor. Egal ob Wald, Meer, Wüste, Mondoberfläche – Hauptsache ruhig.

 

Welchen Stellenwert nimmt der Humor in deinem Leben ein?

 

Ohne ihn säße ich wahrscheinlich schon in der Klapsmühle. Ich habe bereits einige Windmühlen im Leben bezwungen. Humor, und sei es nur Galgenhumor, hilft dabei. Er lässt uns die Dinge aus einer anderen Perspektive sehen, erleichtert das Zucken mit den Schultern. Deswegen halte ich Humor für überlebensnotwendig. Ich versuche immer, ihn in meine Büchern einzubeziehen.

 

Hast du ein oder mehrere Haustiere? Falls ja, was für welche?

 

Ja, eine Griechische Landschildkröte. Vorteil daran: Sie haart nicht so wie Hunde oder Katzen, obwohl ich beide Tierarten sehr gerne mag.

 

Wenn du für einen Tag dein Haustier wärst und sprechen könntest, was würdest du dir unbedingt sagen wollen?

 

Mach mal meine Scheibe sauber! Ich kann nix mehr sehen.

 

Magst du Gartenarbeit?

 

Nicht unbedingt. Sie hält mich von meinem Job und dem Schreiben ab.

 

Welcher ist dein bevorzugter Kleidungsstil und warum?

 

Ich mag es leger und bequem, weil leger und bequem. In einem Anzug fühle ich mich kostümiert. Hemden kann ich nicht ausstehen. Sie schränken mich in meiner Bewegungsfreiheit ein. T-Shirt reicht völlig.

 

Was gibt es Positives über deinen derzeitigen Wohnort zu sagen?

 

Ich wohne in einer ruhigen Lage in Dresden. Das passt zu mir. Ich muss nicht mitten im Zentrum leben. Da würde ich irgendwann einen gepflegten Auerbach aus dem obersten Fenster üben.

 

Ich kenne nur den Auerhahn. :-) Nein, schon klar. Was möchtest du deinen Fans mitteilen?

 

Ich hab Fans? Cool! Freut mich. Also, ich teile euch Folgendes mit: Danke, dass ihr meine Bücher lest und mich auf meinem Weg begleitet. Ich schreibe nämlich nicht, um meine Fingerfertigkeit auf der Tastatur zu verbessern, sondern um euch meine Geschichten zu erzählen. Danke!

 

Was möchtest du deinen Kritikern mitteilen?

 

Kommt auf die Kritiker an. Wenn sie mich positiv bewerten, sage ich danke. Wenn sie mich negativ bewerten, sollen sie selbst mal ein Buch schreiben, um zu sehen, wie das so ist. Wenn sie mich beleidigen, können sie mich gern mal da, wo die Sonne niemals scheint.

 

 

Verrate uns einen oder zwei deiner Lieblingsfilme (nicht Bücher).

 

Das wird schwer. Ich habe über 681 Filme zuhause. Aber ich denke, aller guten Dinge sind drei. Deshalb tendiere ich zu "Braveheart", "Der Club der toten Dichter" und "Bloodpsort". Interessante Mischung, ich weiß.

 

Vielseitigkeit ist etwas Gutes. Was schätzt du an deinen (echten) Freunden am meisten?

 

Dass es sie gibt. Ihre Ehrlichkeit, und dass sie nicht beleidigt sind, wenn ich mich nicht jeden Tag oder jede Woche melde.

 

Wieso hast du dich für das Genre Thriller entschieden?

 

Ich sehe mich selbst als "unschubladisierbar" und will es auch bleiben. Trotzdem finde ich Thriller oder Krimis am spannendsten. Sie erlauben mir, Figuren zu erschaffen, die ich persönlich nie kennenlernen möchte. Die glauben, dass sie mit dem, was sie tun, durchkommen. Aber am Ende schaffen sie's doch nicht. Oder ..?

 

Wenn du eine Rede vor den Vereinten Nationen halten dürftest, um welches Thema würde es vorrangig gehen?

 

Ganz klar: Menschen- und Tierrechte.

 

Gibt es einen absoluten Lieblingsschriftsteller, der dich mehr als alle anderen beeindruckt bzw. geprägt hat?

 

Wenn ich mich für einen entscheiden müsste, wäre es Stephen King.

 

Bitte gib uns noch einen gut gemeinten Ratschlag fürs Leben.

 

Wenn dich jemand zu Boden wirft, stehe so oft auf, bis man die Lust an dir verliert.

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