Interview

Liebe Sam, du bist Autorin bei REDRUM BOOKS. Erfüllt sich damit ein lang gehegter Traum, oder hast du früher bereits Werke auf den Markt gebracht?

 

Ich schreibe eigentlich schon mein ganzes Leben lang. Einen Thriller und eine Kurzgeschichte wurden bereits veröffentlicht. An meinem Erstling habe ich mehrere Jahre gearbeitet, eine sehr aufregende und vor allem zeitintensive Phase in meinem Leben.

Dass Michael Merhi (der verrückt-liebenswerte Spinner), mich dann für REDRUM gewinnen konnte, ehrt mich und macht auf jeden Fall Lust auf mehr. Mal sehen, wohin die Reise mit der REDRUM-Family geht!

 

Hörst du Musik, während du schreibst und falls ja, welche Richtung (bspw. Klassik, Rock, Rap, welche Band/s)?

 

Ja, ich höre wirklich immer Musik, während ich schreibe. Aber da mich Lieder, in welchen gesungen wird, oft ablenken, höre ich überwiegend instrumentale Stücke, Soundtracks von Filmen oder Serien, Klassik oder Klavierstücke.

 

Wieviel Zeit hast du für dein aktuelles bzw. letztes Werk benötigt - inklusive Recherche?

 

Für die Rohfassung der Novelle "Victima", die über REDRUM veröffentlicht wird, habe ich circa vier Wochen benötigt. Das ist aber nicht die Regel, sondern maximal die Ausnahme. An einem anderen Werk arbeite ich seit zwei Jahren und bin noch nicht zu 100 Prozent zufrieden. Daran werde ich wohl noch eine Weile feilen.

 

In welchem Genre schreibst du bevorzugt?

 

Im Thriller-Genre. Je nachdem, was es wird, entweder mit Elementen aus den Bereichen Horror oder Erotik versetzt. Ich mag es halt spannend. Deshalb bin ich nicht so die „Rosarote-Zuckerwattewölkchen-mit-Erdbeersoße“-Schreiberin. Obwohl sich auch meine Protagonisten immer verlieben – da bin ich halt doch ganz Frau!

 

Schreibst du einfach drauflos und die Geschichte entwickelt sich, oder arbeitest du streng nach einem vorab ausgearbeiteten Skript?

 

Klar hab ich eine Idee und grob im Kopf, wohin es gehen soll. Aber ich schreibe einfach drauf los und bin dann selber überrascht, wohin mich die Geschichte entführt, oder wie sich die Charaktere meiner Protagonisten entwickeln. Finde ich sehr spannend!

 

Wo schreibst du bevorzugt?

 

Meinen Debütroman habe ich in der Küche am Laptop geschrieben, da ich zu diesem Zeitpunkt kein Schreibzimmer hatte. Seit ein paar Jahren schreibe ich aber in meinem kleinen Reich, mit Blick auf unsere 200 Jahre alte Eiche.

 

Auf einer Skala von 1 (keimfrei sauber) bis 10 (gerade noch beherrschbares Chaos): Wie ordentlich sieht es an deinem Arbeitsplatz aus, wenn du in die Tasten hämmerst?

 

Hm… eine 8? Bisschen Chaos entsteht durch das angehäufte Geschirr (von Tassen bis Tellern, alles vorhanden), aber in der Regel ist es so ordentlich, dass kein Chaos in meinem Kopf entsteht. Hier riecht es auch immer gut, weil ich ein Sammelsurium an verschiedenen Räucherstäbchen und Kräutern um mich herum brauche. Lavendel und weißer Salbei, Sandelholz und Thymian sind da meine klaren Favoriten.

 

Sozusagen für jede literarische Stimmung der passende Duft?

 

Absolut! Für die Konzentration eher was Leichtes, wie Lavendel oder Salbei – das klärt die Umgebungsluft und macht auch den Kopf frei. Schwere Düfte, wie Nag Champa oder Sandelholz, wenn ich erotische Szenen schreibe.

 

Zu welche Tages- oder Nachtzeit kommen dir für gewöhnlich die besten Ideen?

 

Kann ich gar nicht so genau sagen. Meist aber einfach beim Schreiben.

 

Sam durstig bei der schriftstellerischen Arbeit, wer ist dein Favorit? Kaffee, Tee, Kakao, Wodka oder nichts von allem?

 

Alles Querbeet! Morgens Kaffee und Tee, in der Nacht auch mal ein Glas Rotwein – wenn ich sinnliche Szenen schreibe. Wodka-Tonic kommt auch schon mal vor, bildet jedoch die große Ausnahme.

 

Naschst du nebenher?

 

Eigentlich nicht. Ich befürchte, sonst könntest du mich innerhalb eines Schreib-Zyklus aus dem Schreibzimmer rollen! Ich lasse aber oft Mahlzeiten mit der Familie ausfallen und esse dann am PC.

 

Was ist dir in der Regel lieber: Ein Spaziergang mit deinem Lieblingsmenschen am Meer bzw. im Wald, oder eine fröhliche Party mit Freunden?

 

Ich bin ein sehr geselliger Typ und feiere auch mal gerne. Aber ich bin auch sehr naturverbunden und würde einen Waldspaziergang einem Stadtbummel immer vorziehen. Als Irland-Fan bin ich mit der Abgeschiedenheit eines Cottage, das die Weitläufigkeit eines einsamen Strandes am Nordatlantik erfasst, mehr als zufrieden. Ich brauche keinen Trubel und meide Touristenansammlungen.

 

Bedeutet das, du besuchst regelmäßig die grüne Insel?

 

Ich war schon öfter dort. Regelmäßig wäre schön, ist aber nicht realisierbar – noch nicht.

 

Welchen Stellenwert nimmt der Humor in deinem Leben ein?

 

Ich lache viel und vor allem sehr laut. Kann jeder bestätigen, der mich kennt. Lachen ist doch die beste Medizin.

 

Hast du ein oder mehrere Haustiere? Falls ja, was für welche?

 

Nein. Leider haben wir keine Haustiere mehr.

 

Wenn du trotzdem für einen Tag dein Haustier wärst und sprechen könntest, was würdest du dir unbedingt sagen wollen?

 

Boah, bist du aus dem Leim gegangen. Beweg dich mal mehr!

 

Magst du Gartenarbeit?

 

Gartenarbeit ist meine Kraftquelle und Teil meiner Inspiration. Super Work-out. Sie erdet mich einfach. Außerdem ist es toll, Gemüse und Kräuter aus dem eigenen Garten essen zu können – so ganz Bio, ohne Kunstdünger. Fühlt man sich doch gleich viel gesünder!

 

Ich denke sogar, man ist es dann auch. Welcher ist dein bevorzugter Kleidungsstil und warum?

 

Ich mag es in erster Linie bequem. Da ich etwas mollig bin, will ich nicht, dass es mich einengt. Ich trage gern Vintage-Klamotten, Kleidchen und natürlich Jeanshosen. Wenn ich schreibe, habe ich meist einen Hausanzug an und wenn es heiß ist, Leggins und ein luftiges Shirt.

 

Was gibt es Positives über deinen derzeitigen Wohnort zu sagen?

 

Ich bin mit diesem Ort und meinem Haus tief verwurzelt. Meine Familie lebt in vierter Generation in diesem kleinen Dorf in der schwäbischen Provinz. Auch wenn mich das Fernweh immer wieder nach Irland zieht, komme ich gerne heim.

 

Was möchtest du deinen Fans mitteilen?

 

Ich glaube, ihr wisst um die Liebe, die Kraft und die Kreativität, die ich für meine Geschichten aufwende. Ich bin sehr glücklich, stolz und verdammt dankbar, dass ich euch damit für ein paar Stunden entführen kann. Dafür mache ich das alles.

 

Was möchtest du deinen Kritikern mitteilen?

 

Ich werde stets mein Bestes geben und bin für jede Kritik dankbar – sofern sie konstruktiv gemeint ist und ich daraus etwas mitnehmen kann.

 

Verrate uns einen oder zwei deiner Lieblingsfilme (nicht Bücher).

 

"From Dusk Till Dawn", "Kill Bill" und "Pulp Fiction".

 

Heißt das, du bist du bist ein ausgesprochener Quentin Tarantino-Fan?

 

*lach* Könnte man fast vermuten, nicht? Als ich "Reservoire Dogs" zum ersten Mal gesehen habe, war ich fasziniert. Auch seine kommerziell erfolgreichen Filme sind einfach unbeschreiblich intelligent, dialogreich und gut durchdacht gemacht. Dazu die tollen Schauspieler, welche die Geschichten zum Leben erwecken – einfach Hammer!

 

Was schätzt du an deinen (echten) Freunden am meisten?

 

Dass sie mich so lieben, wie ich bin!

 

Wenn du eine Rede vor den Vereinten Nationen halten dürftest, um welches Thema würde es vorrangig gehen?

 

Meine Themen wären Rassismus bzw. Menschenrechte, Klima-und Umweltschutz.

 

Gibt es einen absoluten Lieblingsschriftsteller, der dich mehr als alle anderen beeindruckt bzw. geprägt hat?

 

Stephen King. Mit seinen Geschichten bin ich aufgewachsen und hoffe, ich werde damit auch alt werden.

 

Das geht vielen in der REDRUM-Family so. :-) Bitte gib uns noch einen gut gemeinten Ratschlag fürs Leben.

 

Ich bitte um mehr Respekt, Wertschätzung und Liebe in der Welt. Und das fängt im Kleinen bei uns persönlich an. Wir Menschen bewohnen alle denselben Planeten. Wir haben im Übrigen nur diesen einen, also sollten wir gut auf ihn aufpassen.

 

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