Interview / Simone Trojahn

Liebe Simone, du bist Gastautorin bei REDRUM BOOKS und mit einer Kurzgeschichte in GONE MAD von

A. C. Hurts vertreten. Nenn uns bitte drei Schlagworte, die dir spontan zu unserem Verlag einfallen. :-)

 

Also, bei REDRUM muss ich spontan an die Szene in "Shining" denken, in der der kleine Junge dieses Wort an die Wand schreibt, das rückwärts gelesen ja MÖRDER bedeutet. Ich denke also an Mord und Totschlag, Gruselstimmung und Horror pur!

 

Könntest du dir vorstellen, irgendwann einmal ein fester Bestandteil unserer (leicht verrückten) Autorenriege zu werden?

 

Falls ich mich je entschließen sollte, mit einem Verlag zusammenzuarbeiten, dann wäre REDRUM definitiv meine erste Wahl.

 

Das freut uns natürlich ungemein! Hörst du Musik, während du schreibst und falls ja, welche Richtung (bspw. Klassik, Rock, Rap, spezielle Band/s)?

 

Ich höre immer Musik beim Schreiben. Bei leichteren Szenen manchmal nur Radio und ansonsten gerne Bands, die wissen, wie man Drama rockt: ;-) Zu meinen Favoriten zählen Counting Crows, Three Doors Down und R.E.M.. Ab und zu ist auch moderner Country-Rock dabei. Während der Arbeit an meinem letzten Thriller habe ich viel Bush gehört, das passte für mich irgendwie zur Stimmung.

 

Schreibst du einfach drauflos und die Geschichte entwickelt sich, oder arbeitest du streng nach einem vorab ausgearbeiteten Skript?

 

"Streng" wäre hier das falsche Wort: ;-) Ich habe vorher ein paar Eckdaten im Kopf, zum Beispiel die grobe Handlung, einzelne Personen oder eine fertige Szene. Diese Sachen bleiben auch so lange in meinem Kopf, bis ich mit dem Buch loslege. Ich notiere allenfalls Dinge wie Namen und Alter der Hauptpersonen, den Handlungsort oder wichtige Details, etwa Automarken und bestimmte Merkmale der Protagonisten. Der Rest entwickelt sich spontan.

 

Wo schreibst du bevorzugt?

 

Ich schreibe immer an meinem Schreibtisch im Schlafzimmer - mit Blick aus dem Fenster.

 

Auf einer Skala von 1 (keimfrei sauber) bis 10 (gerade noch beherrschbares Chaos): Wie ordentlich sieht es an deinem Arbeitsplatz aus, wenn du in die Tasten hämmerst?

 

Da nehme ich eine 2, da ich nicht für Keimfreiheit garantieren möchte. ;-) Ordentlich ist es aber schon. Alles hat seinen Platz. Chaos herrscht höchstens in den Notizen, die ich mir zwischendurch mache … und manchmal in meinem Kopf ...

 

Zu welche Tages- oder Nachtzeit kommen dir für gewöhnlich die besten Ideen?

 

Die können zu jeder Zeit auftauchen, besonders empfänglich bin ich aber beim Autofahren.

 

Du durstig bei der schriftstellerischen Arbeit. Wer ist dein Favorit? Kaffee, Tee, Kakao, Wodka oder nichts von allem?

 

Vormittags Kaffee und Wasser, abends Bier oder Energydrinks. Natürlich alles in Maßen. ;-)

 

Naschst du nebenher?

 

Nein, höchstens zwischendurch, wenn ich eine Pause mache. Beim Schreiben selbst esse ich nicht. Man weiß ja nie, wann die nächste Ekel-Szene kommt!

 

Das ist die perfekte Antwort für eine Horror-Autorin! :-) Was ist dir in der Regel lieber: Ein Spaziergang mit deinem Lieblingsmenschen am Meer bzw. im Wald, oder eine fröhliche Party mit Freunden?

 

Mit dem Lieblingsmenschen ist alles schön. :-) Ich bin aber auch ein Typ, der sich zwischendurch gerne zurückzieht und für sich ist.

 

Welchen Stellenwert nimmt der Humor in deinem Leben ein?

 

Humor ist irre wichtig, am liebsten ein bisschen fies und schmutzig und mit viel Sarkasmus. ;-)

 

Hast du ein oder mehrere Haustiere? Falls ja, was für welche?

 

Ich habe einen kleinen verrückten Boston-Terrier namens "Archie", über den ich mich jeden Tag kaputtlachen könnte. Er geht scheinbar davon aus, ein Mensch zu sein und tut sich ziemlich schwer mit seiner Rolle als Tier. Dann gibt es noch ein Aquarium mit Fischen. Die sind viel schneller gewachsen, als der Verkäufer es mir weismachen wollte. ;-)

 

Wenn du für einen Tag dein Haustier wärst und sprechen könntest, was würdest du dir unbedingt sagen wollen?

 

Archie würde sagen: "Lass mich endlich auf die Couch und  Chips futtern."  Und die Fische würden wahrscheinlich dasselbe verlangen, die starren mich schon immer so an. :-)

 

Also, ich will dich ja nicht ängstigen, aber wenn es Piranhas sind, geht es weniger um die Chips, sondern vielmehr um dich. Und den Hund! :-) Magst du Gartenarbeit?

 

Ich bin gerne im Garten, mag es aber ein bisschen verwildert: Das macht etwas weniger Arbeit, zum Glück. ;-)

 

Welcher ist dein bevorzugter Kleidungsstil und warum?

 

Ich mag rockige und punkige Klamotten, gern mit Totenköpfen, Kirschen oder Schwalben als Aufdruck, weil mir das gute Laune macht.

 

Okay, bei den Totenköpfen kann ich das verstehen, aber bei den Kirschen und Schwalben …?  :-)
Was gibt es Positives über deinen derzeitigen Wohnort zu sagen?

 

Es ist ruhig hier … sehr ruhig …

 

Du meinst verdächtig ruhig? ;-) Was möchtest du deinen Fans mitteilen?

 

Ihr seid die Besten, weil ihr aus mir jemanden gemacht habt, der Fans hat. ;-)

 

Was möchtest du deinen Kritikern mitteilen?

 

Ich freue mich immer, wenn Leser mir ihre Eindrücke und Sichtweisen mitteilen. Für sachliche und konstruktive Kritik bin ich stets offen. Sie regt mich zum Nachdenken an und hilft mir dabei, meine Geschichten aus dem Blickwinkel des Lesers zu sehen. Das ist sehr wichtig für den schriftstellerischen Entwicklungsprozess.

 

Verrate uns einen oder zwei deiner Lieblingsfilme (nicht Bücher).

 

"Stand by me" steht ganz vorne, weil dieser Film mich durch meine Jugend begleitet hat. Ansonsten gibt es noch einige Filme, die mich inspiriert haben, vor allem aus dem Horror-Genre, doch keiner wird mein Herz je so hoch schlagen lassen wie der obige.

 

Was schätzt du an deinen (echten) Freunden am meisten?

 

Dass ein Wiedersehen sich immer so anfühlt, als wäre das letzte Mal gestern gewesen. Egal, wieviel Zeit in Wirklichkeit vergangen ist.

 

Das stimmt. Wieso hast du dich für das Genre Horror entschieden?

 

Ich schreibe Hardcore-Psychothriller, in denen der Horror nicht übersinnlich und subtil, sondern sozusagen "straight in your face" ist. Der Hang zu diesem Genre zeigte sich bei mir bereits in der Kindheit. Egal, mit was ich spielte (Playmobil, Barbie ...) oder in welche Rollen ich schlüpfte: Menschliche Abgründe und Dramen waren stets ein Thema. Die sogenannte heile Welt, in der die meisten Mädchen so gerne schwelgen, gab es in meinen Spielen höchstens zum Schein. Dabei bin ich selbst in sehr behüteten Verhältnissen aufgewachsen.

 

Wenn du eine Rede vor den Vereinten Nationen halten dürftest, um welches Thema würde es vorrangig gehen?

 

Die Sinnlosigkeit von Religionskriegen läge mir sehr am Herzen. Die Menschen sollten endlich begreifen, dass jedes Extrem schlecht ist. Ganz egal in welche Richtung, man sollte immer nach dem goldenen Mittelweg streben.

 

Gibt es einen absoluten Lieblingsschriftsteller, der dich mehr als alle anderen beeindruckt bzw. geprägt hat?

 

Oh ja! Der King natürlich ;-).

 

Bitte gib uns noch einen gut gemeinten Ratschlag fürs Leben.

 

Denkt immer daran: Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Absichten!

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