Interview

Lieber Wolfgang, du bist Autor bei REDRUM BOOKS, Berlin. Erfüllt sich damit ein lang gehegter Traum, oder hast du früher bereits Bücher auf den Markt gebracht?

 

Ich kann schon auf zwölf Publikationen und einige Kurzgeschichten in Anthologien zurückblicken. Dennoch erfüllt sich mit jedem neuen Buch ein Traum. Immer wieder. Ich hoffe, dass sich das niemals ändern wird. Dieses Gefühl ist und bleibt einfach toll.  

 

Hörst du Musik, während du schreibst und falls ja, welche Richtung (bspw. Klassik, Rock, Rap, spezielle Band/s)?

 

Für mich gilt: Ohne Musik kein Buch. Ich höre alles, was mir gefällt, bevorzugt Filmmusiken, elektronische Musik und Progressive Rock. Mit dabei: unendlich viele Bands, die wahrscheinlich nur sehr wenige Menschen kennen. ;-) Zu jedem Buchprojekt stelle ich mir einen eigenen Soundtrack zusammen. Der umfasst zwischen drei und vier CDs. Die höre ich mir während der Arbeit an. Die Titelauswahl kann man übrigens auf meiner Homepage nachlesen (Rubrik »Musik«).

 

Wieviel Zeit hast du für dein aktuelles bzw. letztes Werk benötigt - inklusive Recherche?

 

Die Storysammlung "Höllengeschichten", die bei REDRUM erschienen ist, war eigentlich ein Sideprojekt, neben meinen sonstigen Arbeiten. Insgesamt existieren bis jetzt zwanzig Geschichten in dieser Art. Anfang 2009 habe ich mit dem Schreiben daran begonnen, in unregelmäßigen Abständen. Ich kann also schlecht sagen, wie lange ich für "Höllengeschichten" gebraucht habe. Acht Jahre sind auf jeden Fall ins Land gezogen.

 

Schreibst du einfach drauflos und die Geschichte entwickelt sich, oder arbeitest du streng nach einem vorab ausgearbeiteten Skript?

 

In der Regel kenne ich den Anfang und das Ende. Alles, was dazwischen geschieht, passiert oftmals spontan und während des Schreibens. Meine Figuren erwachen schon nach wenigen Seiten zum Leben. Ich kann sie zwar an die Hand nehmen und manchmal zu etwas zwingen, aber oft reißen sie sich einfach los und gehen ihre eigenen Wege. Sie entwickeln sich eben und machen Dinge, die man vorher nicht berücksichtigen kann. :-)

 

Wo schreibst du bevorzugt (am Schreibtisch, mit dem Laptop auf den Knien im Bett, am Küchentisch o.Ä.)?

 

Im Winter am Schreibtisch mit PC, im Sommer auf der Terrasse mit Laptop. Andere Optionen gibt es für mich nicht.

 

Auf einer Skala von „1“ (keimfrei sauber) bis „10“ (gerade noch beherrschbares Chaos): Wie ordentlich sieht es an deinem Arbeitsplatz aus, wenn du in die Tasten hämmerst?

 

Der Zustand meines Schreibtisches bewegt sich in der Regel zwischen 1 und 10. Bei besonders schwierigen Recherchen oder Vorgängen innerhalb einer Geschichte, ist auch eine 12 möglich. :-) Am Ende der Arbeit versuche ich einigermaßen aufzuräumen. Das gelingt mir aber nicht immer.

 

Zu welche Tages- oder Nachtzeit kommen dir für gewöhnlich die besten Ideen?

 

Immer. :-) Ich denke wirklich ständig über irgendetwas nach, das ich schriftstellerisch verwursteln kann. Ideen entwickeln sich oft bei Gesprächen mit meiner Frau, beim Einschlafen und natürlich beim Musikhören. Die Inspirationen schlagen quasi permanent auf mich ein. Deshalb versuche ich, so ziemlich alles aufzuschreiben. Mittlerweile besitze ich drei komplett zerfledderte, vollgekritzelte Notizbücher. Und irgendwann werden sie durchstöbert und ihr Inhalt verwendet.  

 

Du durstig bei der schriftstellerischen Arbeit. Wer ist dein Favorit? Kaffee, Tee, Kakao, Wodka oder nichts von allem?

 

Wenn ich arbeite, dann arbeite ich! Nur ganz, ganz selten trinke ich dabei.

 

Naschst du nebenher?

 

Wenn ich arbeite, dann arbeite ich! Nur ganz, ganz selten nasche ich dabei. :-)

 

Oh, das klingt anstrengend! Erinnert irgendwie an eine Diät. :-) Was ist dir in der Regel lieber: Ein Spaziergang mit deinem Lieblingsmenschen am Meer bzw. im Wald, oder eine fröhliche Party mit Freunden?

 

Als junger Mensch fand ich Partys toll, wie so viele. Aber seit einigen Jahren genieße ich die ruhigere Variante, zumindest was die Freizeit betrifft. Spaziergänge in der Natur liebe ich sehr. Wenn dann auch noch meine Frau und mein Sohn dabei sind, ist das Glück perfekt.

 

Welchen Stellenwert nimmt der Humor in deinem Leben ein?

 

Einen äußerst großen. Ich habe das Glück, dass meine Frau ebenso humorvoll ist wie ich. Wir lachen viel und gerne. Seit Jahrzehnten begleitet mich in dieser Hinsicht ein wunderschönes Zitat von Charlie Chaplin: »Ein Tag ohne Lächeln ist ein verlorener Tag.« Meine Frau und ich halten uns streng daran. :-)

 

Hast du ein oder mehrere Haustiere? Falls ja, was für welche?

 

Seit einiger Zeit haben wir keine Haustiere mehr. Bis vor kurzem begleiteten uns noch drei Katzen. Als kleiner Junge konnte ich oft einen stolzen Kleinzoo vorweisen (Schildkröten, Fische, Hasen, Meerschweinchen, Mäuse, Katzen, Hund).

 

Wenn du trotzdem für einen Tag dein Haustier wärst und sprechen könntest: Was würdest du dir unbedingt sagen wollen?

 

Lass mich raus in die Natur. :-)

 

Magst du Gartenarbeit?

 

Da bin ich ein bisschen zwiegespalten. Ich liebe Blumen und Pflanzen, bin aber ehrlich gesagt zu faul, sie zu hegen und zu pflegen. Wenn ich mich dann mal aufraffe, macht es zugegebenermaßen Spaß. Gemeinsam mit meiner Frau habe ich eine ideale Lösung gefunden: Sie ist für die Blühpflanzen zuständig, ich fürs Gemüse. ;-)

 

Lass mich raten: In eurem Garten gibt es mehr Blumen- als Gemüsebeete. :-) Welcher ist dein bevorzugter Kleidungsstil und warum?

 

Am liebsten trage ich Jeans, dazu T-Shirts mit Filmmotiven oder ausgefallene (um nicht zu sagen ausgeflippte) Hemden. Ich bin auf keinen Fall ein Typ, der sich von aktuellen Mainstream-Modewellen überrollen lässt. Ich ziehe an, was mir gefällt. Und wenn andere Leute es nicht mögen, sollen sie einfach woanders hinschauen.

 

Was gibt es Positives über deinen derzeitigen Wohnort zu sagen?

 

Aufgewachsen bin ich in München und habe später lange in Berlin gelebt. Aktuell genieße ich die Vorzüge des Dorflebens. Ich liebe die ländliche Ruhe und Idylle. Die Natur um mich herum inspiriert mich und macht mich glücklich. Das Leben in einer Großstadt hat Vorteile. Ich selbst habe sie genutzt, kann aber zwischenzeitlich darauf verzichten. Heute konzentriere ich mich lieber aufs Wesentliche.

 

Was möchtest du deinen Fans mitteilen?

 

Kauft, lest und rezensiert meine Bücher! Und bleibt mir treu. :-)

 

Was möchtest du deinen Kritikern mitteilen?

 

Kauft meine Bücher, aber lest und rezensiert sie nicht! Werdet mir untreu. :-(

 

Verrate uns einen oder zwei deiner Lieblingsfilme (nicht Bücher).

 

Unter sehr vielen Filmen verschiedenartigster Genres würde ich folgende wählen, wenn ich mich entscheiden MÜSSTE:

 

- "Blade Runner" von Ridley Scott

- "Titanic" von James Cameron

 

Was schätzt du an deinen (echten) Freunden am meisten?

 

Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit. Mehr braucht eine Freundschaft nicht.

 

Du schreibst in unterschiedlichen Genres und legst Wert auf diese Vielseitigkeit. Gibt es trotzdem eine Kategorie, die dir persönlich besonders am Herzen liegt und falls ja, welche?

 

Ich mag alle Genres. Genau das ist ja mein Problem. ;-) Dieses habe ich aber nicht nur als Schriftsteller, sondern auch als Leser. Sich auf ein Genre zu begrenzen klingt für mich fürchterlich langweilig. Obwohl es ehrlich gesagt zwei Richtungen gibt, die ich leicht bevorzuge, zumindest als Leser: Horror und Science Fiction.

 

Was für ein Projekt steht als nächstes auf dem Programm?

 

Auf jeden Fall steht die Überarbeitung von "Kinderspiele" auf dem Programm. Es ist ein Roman über das Thema Kindessmissbrauch, der noch in diesem Jahr bei REDRUM erscheinen soll. Außerdem muß ich mich zwischen drei weiteren Projekten entscheiden. Zum einen gibt es da einen bereits fertig gestellten, brutalen Gefängnis-Thriller. Zum anderen existiert eine halbfertige Hommage an Richard Laymon. In dieser attackiert ein außerirdischer Virus eine Gruppe Jugendlicher in einem Vergnügungspark. Und zu guter Letzt könnte es auch durchaus sein, dass ich mich einem Kannibalen-Thriller zuwende. Ich freue mich über Entscheidungshilfen von Lesern per Mail oder Facebook-Nachricht. :-)

 

Ich wähle dann schon mal den Vergnügungspark. :-) Wenn du eine Rede vor den Vereinten Nationen halten dürftest, um welches Thema würde es vorrangig gehen?

 

Ganz klar: Weltweiter Frieden ohne politische Machtkämpfe und Religionskriege. Einfach nur Mensch sein und zusammenhalten.

 

Gibt es einen absoluten Lieblingsschriftsteller, der dich mehr als alle anderen beeindruckt  bzw. geprägt hat?

 

Ja, Michael Ende. Er fasziniert und beeinflusst mich bis heute. Ihm ist es letztendlich zu verdanken, dass ich Schriftsteller geworden bin.

 

Bitte gib uns noch einen gut gemeinten Ratschlag fürs Leben.

 

Kümmert euch nicht um Statussymbole, Geldgier und Intrigen. Konzentriert euch auf das Wesentliche im Leben: Die Liebe und das Glücklichsein. Mehr braucht man wirklich nicht. Ich weiß, wovon ich spreche. :-)

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